Dieser Film ist wie ein Denkmal für einen weithin unbekannten, stillen Helden: In atemberaubenden Totalen und intimsten Momenten innerer Kontemplation erzählt Regie-Altmeister Terrence Malick die reale Geschichte des oberösterreichischen Bauern Franz Jägerstätter (August Diehl).
Der liebevolle Ehemann und Vater dreier Töchter weigert sich nach der Besetzung Österreichs durch Adolf Hitlers Truppen standhaft, den obligatorischen Eid auf die Wehrmacht zu leisten und in ihr zu kämpfen. Als Jägerstätter 1940 zum Militärdienst einberufen wird, kann er zunächst noch nach wenigen Tagen wegen amtlich beurkundeter Unabkömmlichkeit zu seiner Frau (Valerie Pachner) auf den Hof zurückkehren.
Als eine weitere Einberufung folgt, weigert sich der überzeugte Pazifist und erklärt 1943, den Wehrdienst mit der Waffe aufgrund seiner religiösen Einstellung abzulehnen. Dem Widerstand begegnen nicht nur die nationalistischen Dorfbewohner, Jägerstätters lebenslange Weggefährten und Freunde, mit Verachtung und Ausschluss – auch von offizieller Seite drohen dem überzeugten Christen Inhaftierung, Gerichtsverfahren und die Verurteilung zum Tod. Sein Opfer werde niemandem nutzen. Das bekommt Jägerstätter früh zu hören...
Drei Jahre lang arbeitete Malick an seinem zutiefst poetischen Plädoyer, sich für den eigenen Glauben an das, was man als gut und richtig erachtet, nicht vom Bösen vereinnahmen zu lassen. Kameramann Jörg Widmer („Die Unsichtbaren“) hat diese Jesus-Allegorie in betörend schöne Bilder gekleidet, die dem Widerstandsdrama eine universelle Wahrhaftigkeit verleihen.
Das hinreißend schöne und zugleich zutiefst bewegende Porträt eines unbekannten Helden wurde in den Wettbewerb von Cannes eingeladen und erhielt weltweit begeisterte Kritiken. Beteiligt an diesem an Aktualität nicht verlorenen Spätwerk über Mitläufertum, Nationalismus und den Mut, sich gegen jedes Unrecht zu stellen, sind neben August Diehl und Bruno Ganz (in seiner letzten Rolle) namhafte Schauspielgrößen aus Deutschland und Österreich: Tobias Moretti, Alexander Fehling, Valerie Pachner, Ulrich Matthes, Sophie Rois, Jürgen Prochnow, Ulrich Matthes, Franz Rogowski, Mark Waschke, Karl Marovics u.v.m. Sie alle heben dieses "verborgene Leben" ins helle Licht der Leinwand und damit der Öffentlichkeit.
„Er ist der größte Unsichtbare des Weltkinos seit Stanley Kubrick. Sein letztes Interview gab der öffentlichkeitsscheue amerikanische Filmemacher Terrence Malick 1973, doch was er damals über seine prägenden Einflüsse sagte, gilt für sein Werk noch immer [...]: 'Es sind stets Geschichten, in denen die Unschuld mit einer Bedrohung konfrontiert ist, die größer ist als sie selbst.' [...] Schon Malicks Erstling, 'Badlands', erzählte vom Land als verlorenem Paradies. Der vom Nationalismus besudelte Heimatbegriff ist der wohl grimmigste Ausdruck dafür.“ (Daniel Kothenschulte, in: Frankfurter Rundschau)
„Malicks Pathos ist überwältigend, aber nicht die Heldenverklärung macht 'Ein verborgenes Leben' so ergreifend. Jägerstätter ist kein Held, kein Widerstandskämpfer wie die Geschwister Scholl, Georg Elser, Stauffenberg oder Bonhoeffer. Politik liegt ihm – wie Malick – fern. [...] Franz’ Dialog mit dem Restaurator der Dorfkirche kommt hier eine Schlüsselfunktion zu. Der alte Mann bessert die religiösen Deckenfresken aus, gibt ihnen einen frischen Anstrich. 'Ich helfe den Leuten aufzublicken und zu träumen', erklärt er seine Arbeit. Die Menschen würden aufsehen und sich in die Zeit von Christus zurückversetzt fühlen. 'Sie bilden sich ein, sie hätten damals anders als seine Zeitgenossen gehandelt.'
Der dünne Firnis der Deckengemälde verhüllt nur notdürftig die bittere Wahrheit, die Schwäche des Menschen. Aber der moderne Freskenmaler Terrence Malick würde wohl keine Filme mehr machen, wenn er nicht auch an das Gute im Menschen glaubte." (Andreas Busche, in: Der Tagesspiegel)
Dieser Film ist wie ein Denkmal für einen weithin unbekannten, stillen Helden: In atemberaubenden Totalen und intimsten Momenten innerer Kontemplation erzählt Regie-Altmeister Terrence Malick die reale Geschichte des oberösterreichischen Bauern Franz Jägerstätter (August Diehl).
Der liebevolle Ehemann und Vater dreier Töchter weigert sich nach der Besetzung Österreichs durch Adolf Hitlers Truppen standhaft, den obligatorischen Eid auf die Wehrmacht zu leisten und in ihr zu kämpfen. Als Jägerstätter 1940 zum Militärdienst einberufen wird, kann er zunächst noch nach wenigen Tagen wegen amtlich beurkundeter Unabkömmlichkeit zu seiner Frau (Valerie Pachner) auf den Hof zurückkehren.
Als eine weitere Einberufung folgt, weigert sich der überzeugte Pazifist und erklärt 1943, den Wehrdienst mit der Waffe aufgrund seiner religiösen Einstellung abzulehnen. Dem Widerstand begegnen nicht nur die nationalistischen Dorfbewohner, Jägerstätters lebenslange Weggefährten und Freunde, mit Verachtung und Ausschluss – auch von offizieller Seite drohen dem überzeugten Christen Inhaftierung, Gerichtsverfahren und die Verurteilung zum Tod. Sein Opfer werde niemandem nutzen. Das bekommt Jägerstätter früh zu hören...
Drei Jahre lang arbeitete Malick an seinem zutiefst poetischen Plädoyer, sich für den eigenen Glauben an das, was man als gut und richtig erachtet, nicht vom Bösen vereinnahmen zu lassen. Kameramann Jörg Widmer („Die Unsichtbaren“) hat diese Jesus-Allegorie in betörend schöne Bilder gekleidet, die dem Widerstandsdrama eine universelle Wahrhaftigkeit verleihen.
Das hinreißend schöne und zugleich zutiefst bewegende Porträt eines unbekannten Helden wurde in den Wettbewerb von Cannes eingeladen und erhielt weltweit begeisterte Kritiken. Beteiligt an diesem an Aktualität nicht verlorenen Spätwerk über Mitläufertum, Nationalismus und den Mut, sich gegen jedes Unrecht zu stellen, sind neben August Diehl und Bruno Ganz (in seiner letzten Rolle) namhafte Schauspielgrößen aus Deutschland und Österreich: Tobias Moretti, Alexander Fehling, Valerie Pachner, Ulrich Matthes, Sophie Rois, Jürgen Prochnow, Ulrich Matthes, Franz Rogowski, Mark Waschke, Karl Marovics u.v.m. Sie alle heben dieses "verborgene Leben" ins helle Licht der Leinwand und damit der Öffentlichkeit.
„Er ist der größte Unsichtbare des Weltkinos seit Stanley Kubrick. Sein letztes Interview gab der öffentlichkeitsscheue amerikanische Filmemacher Terrence Malick 1973, doch was er damals über seine prägenden Einflüsse sagte, gilt für sein Werk noch immer [...]: 'Es sind stets Geschichten, in denen die Unschuld mit einer Bedrohung konfrontiert ist, die größer ist als sie selbst.' [...] Schon Malicks Erstling, 'Badlands', erzählte vom Land als verlorenem Paradies. Der vom Nationalismus besudelte Heimatbegriff ist der wohl grimmigste Ausdruck dafür.“ (Daniel Kothenschulte, in: Frankfurter Rundschau)
„Malicks Pathos ist überwältigend, aber nicht die Heldenverklärung macht 'Ein verborgenes Leben' so ergreifend. Jägerstätter ist kein Held, kein Widerstandskämpfer wie die Geschwister Scholl, Georg Elser, Stauffenberg oder Bonhoeffer. Politik liegt ihm – wie Malick – fern. [...] Franz’ Dialog mit dem Restaurator der Dorfkirche kommt hier eine Schlüsselfunktion zu. Der alte Mann bessert die religiösen Deckenfresken aus, gibt ihnen einen frischen Anstrich. 'Ich helfe den Leuten aufzublicken und zu träumen', erklärt er seine Arbeit. Die Menschen würden aufsehen und sich in die Zeit von Christus zurückversetzt fühlen. 'Sie bilden sich ein, sie hätten damals anders als seine Zeitgenossen gehandelt.'
Der dünne Firnis der Deckengemälde verhüllt nur notdürftig die bittere Wahrheit, die Schwäche des Menschen. Aber der moderne Freskenmaler Terrence Malick würde wohl keine Filme mehr machen, wenn er nicht auch an das Gute im Menschen glaubte." (Andreas Busche, in: Der Tagesspiegel)